Darmgesundheit – Anleitung zur gesunden Darmflora


Wie 100 Billionen Darmbakterien über Ihre Gesundheit entscheiden.

Wissenswertes zur Darmgesundheit

Antibiotika, Stress und eine schlechte Ernährung bringen den Darm aus dem Gleichgewicht. Jeder 6. in Deutschland ist von Verdauungsproblemen betroffen. Die gute Nachricht: Die Lösung sitzt im Darm selbst! 

Kaum ein Organ wurde so lange unterschätzt wie der Darm. In anderen Kulturen wird der Darm schon seit Jahrhunderten als „geehrte Mitte“ oder „Zentrum der körperlichen und geistigen Kraft“ angesehen. Hierzulande gilt er oft noch als reines Verdauungsorgan. Blähungen, Durchfälle und Verstopfungen sind Tabuthemen, auch ein ungeformter Stuhlgang wird oft jahrelang hingenommen. So leiden 20 % der Bevölkerung an Verstopfung, ca. 15 % an chronischen Durchfällen und etwa 10 % am Reizdarmsyndrom. Und das, weil wir unsere Darmbakterien nicht richtig füttern.

Man weiß, dass die im Darm ansässigen Bakterien nicht nur bei einer gesunden Verdauung viel Arbeit leisten. Sie schützen den Menschen auch vor Krankheiten und stärken das Immunsystem. Die Darmbakterien entscheiden mit, ob wir an Neurodermitis erkranken, eine entzündliche Darmerkrankung bekommen oder Lebensmittel nicht vertragen. Doch wie nutzt man dieses Wissen aus? Die Darmbakterien essen das, was wir Ihnen liefern. Erfahren Sie, wie Sie mit Probiotika und weiteren Tipps gezielt wichtige Bakteriengruppen wachsen lassen und Ihren Darm in einen gesunden Zustand bringen.

Was heißt „Darmgesundheit“?

Der Begriff scheint zunächst selbsterklärend zu sein. Schaut man sich die festgelegten Kriterien für einen gesunden Darm an, sind diese jedoch umfassender, als man denkt. Führende Wissenschaftler definierten diese fünf Hauptkriterien für „Darmgesundheit“[1]:

  • keine darmbezogenen (intestinalen) Krankheiten
  • eine wirksame Verdauung und Aufnahme der Nahrung
  • eine normale und stabile Darmflora
  • ein starkes Immunsystem
  • allgemeines Wohlbefinden

Unser Darm entscheidet, ob wir Laktose (Milchzucker) vertragen, welches Essen Allergien hervorruft und was gesunde Nahrung ist. Diese Erkenntnisse bestärken die Forscher, noch mehr Methoden für den Erhalt der Darmgesundheit zu entwickeln. Dennoch bleiben viele Fragen in Bezug auf die Therapie von Darmkrankheiten offen. Eins steht jedoch fest:

Regelmäßige Bewegung, die Vermeidung von chronischem Stress und eine gesunde Ernährung mit dem zusätzlichen Einsatz von Pro- und Präbiotika unterstützen die Darmgesundheit[2].

Woran erkennen Sie einen gesunden Darm?

Die Frage, ob Sie eine gesunde Darmflora besitzen, können Sie sich anhand der unten aufgeführten Kriterien beantworten. Einen aufgeblähten Bauch oder Durchfall kennt jeder. Treten die Symptome öfter auf oder sind besonders akut, kann eine gezielte Darmtherapie Abhilfe schaffen.

  • maximal dreimal Stuhlgang am Tag
  • geformter Stuhl
  • flacher, nicht aufgeblähter Bauch
  • wenig Blähungen
  • keine Beschwerden nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel 

Was ist die Aufgabe unseres Darms?

Der Darm ist ein Hochleistungsapparat, der ständig schnippelt, aufnimmt und abwehrt. Die wichtigste Phase unserer Verdauung findet im umherschlängelnden Dünndarm statt. Er zerkleinert unsere Nahrung so lange, bis alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Wasser aufgenommen werden. Der Rest des Nahrungsbreis gelangt dann wieder nach mühsamer Aufbereitung geformt in den Dickdarm, wo er dann ausgeschieden wird[3].

Wussten Sie schon?
Von der Aufnahme im Mund bis zum Dickdarm verweilt das Essen fünf bis 70 Stunden in unserem Körper
[4].

Doch gibt es eine weitere wichtige Aufgabe, die jahrelang unterschätzt wurde und nun einen prominenten Platz in der Forschung einnimmt, und zwar das Abwehrsystem im Darm.

Der Darm ist mit einer Gesamtlänge von 5 bis 7,5 Metern unser größtes Organ, das für die Abwehr von Krankheitserregern (wie Bakterien, Viren, Pilzen, Umweltgiften und Toxinen) einen bedeutenden Einfluss auf unsere Gesundheit hat. Herrscht nun ein Ungleichgewicht zwischen dem Immunsystem im Darm und den dort ansässigen Bakterien, wird das Gerüst der Abwehr brüchig. Magen-Darm-Probleme wie Verstopfungen, Durchfall bis hin zu  Entzündungsprozessen, darmbezogenen Krankheiten und Übergewicht sind die Folgen[4].

Der Darm denkt mit?!

Im Darm sitzt auch ein Nervensystem, das mehr Nervenzellen als das gesamte Rückenmark enthält. Wissenschaftler haben vor 100 Jahren erkannt, dass Bakterien im Darm ständig mit den Neuronen im Gehirn kommunizieren. So entstand der Name „Bauchhirn“ bzw. zweites Gehirn. Das bekannte Bauchgefühl ist eine Intuition, ausgelöst vom zweiten Gehirn[2,5].

Im Darm steckt unser Immunsystem

Mit 80 Prozent sitzt der größte Teil unseres Immunsystems im Darm – zu Recht. Denn dort sitzen auch 100 Billionen verschiedene mikrobielle Organismen wie Bakterien, Viren und Pilze. Diese werden zusammengefasst Darmflora oder auch Mikrobiota/Mikroflora genannt. Unser Immunsystem muss genau abstimmen, welche dieser mikrobiellen Organismen bleiben dürfen und welche nicht. Die meisten der Bakterien sitzen dort, wo die Verdauung schon fast vorbei ist. Je weiter man vom Dünndarm zum Dickdarm vordringt, umso mehr Bakterien befinden sich in unserer Darmschleimhaut[6]. Ist die Ordnung gestört und die Bakterien wandern vom Dick- zum Dünndarm, kann es zu starken Blähungen, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen, Nährstoffmangel oder Blutarmut kommen. Dieses noch zum Teil unerforschte Krankheitsbild nennt man: bakterielle Überbesiedlung bzw. bakterielle Fehlbesiedlung[7].

Gut zu wissen: Besonders durch die Gabe von Breitbandantibiotika kann eine Fehlbesiedlung entstehen. Breitbandantibiotika sind Arzneimittel, die gegen zahlreiche Krankheitserreger wirken[7].

Darmgesundheit durch Bakterien?

Bakterien können nicht nur Schaden anrichten. Ganz im Gegenteil: Die Darmflora ist für den Menschen überlebenswichtig. Aber was machen unsere Darmbakterien genau und wie? Gute Bakterien leisten wichtige Arbeit für die Gesundheit des Darms, indem sie unter anderem das Immunsystem stärken[2].

Unser angeborenes Immunsystem im Darm besitzt drei Verteidigungslinien, die das Eindringen und die Ausbreitung von Krankheitserregern verhindern. Gibt es ein Leck, fließen schädliche Bakterien und Erreger in den Darm und das Gleichgewicht ist gestört. Um die Verteidigung aufrechtzuerhalten, gibt es einen ständigen Informationsaustausch zwischen dem Immunsystem und den guten Bakterien. Man könnte sagen, sie halten sich ständig auf dem Laufenden, was beim anderen passiert. Gibt es nicht mehr genügend gute Bakterien und die schlechten nehmen überhand, können sich Entzündungen und Krankheiten leichter ausbreiten. Mit diesem Wissen können wir unserem Körper die Bakterien geben, die das Gleichgewicht stabil halten[8].

Wussten Sie schon?
Experten sind sich einig, dass das Gleichgewicht der Darmflora etwa zu 85 Prozent aus guten Bakterien und 15 Prozent aus schlechten Bakterien besteht
[9].

Welche weiteren Aufgaben haben Bakterien in unserem Darm?

Die sogenannten guten und für unseren Körper lebenswichtigen Bakterien[10, 11]

  • Produzieren aus unserer Nahrung das sogenannte Butyrat, das nachweislich zur Darmgesundheit beiträgt, indem es Stressabwehrmechanismen aktiviert.
  • Stellen eine Reihe von unverzichtbaren Aminosäuren her.
  • Produzieren bestimmte Vitamine, wie das Vitamin K und wasserlösliche B-Vitamine.

Aktueller Wissensstand: Eine im Fachmagazin Science publizierte Studie zeigte, dass Darmbakterien allergische Reaktionen blockieren können. Durch ihren Einfluss auf unser Immunsystem können sie jene Immunzellen hemmen, die für das Auslösen von Allergien verantwortlich sind. Eine gesunde Darmflora liefert Ideen für einen neuen therapeutischen Ansatz[12].

Darmgesundheit – Ursachen

Was sind die Gegner der Darmgesundheit?

Die Zusammensetzung der Darmbakterien ist bei jedem Menschen unterschiedlich und variiert im Laufe des Lebens. Forscher haben in den letzten 20 Jahren ein Muster erkennen können, nachdem sich ein gesunder Darm einteilen lässt. Trotz dieser Erkenntnis bleibt ein großer Teil der Funktionen unserer Mitbewohner im Darm weiterhin unklar[13].

Was bislang bekannt ist, ist, dass es Faktoren gibt, die kontinuierlich die Zusammensetzung unserer Darmbakterien beeinflussen. Das sind neben dem Alter und dem Geschlecht auch die Genetik und die Ernährung. Letzteres zeigt, dass wir es auch in der Hand haben, welche Bakterien unseren Darm besiedeln[14].

Wie kommt es zu einem ungesunden Darm?

Negativ für die Darmgesundheit

Also, wo läuft etwas falsch? Veränderungen in der Bakterienbesiedlung (oft Dysbiose genannt) können aus vielen Gründen entstehen. Einige der häufigsten sind:

  • Kontakt mit Umweltgiften und Toxinen,
  • schlechte Ernährung ohne entzündungshemmende Lebensmittel,
  • Rauchen von Zigaretten,
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika,
  • dauerhafter Stress und
  • Ansteckung mit anderen schädlichen Krankheitserregern[15] .

Antibiotika Einnahme – Bakterien töten Bakterien

Der weltweite Antibiotikaverbrauch ist einer Hochrechnung zufolge in den letzten 15 Jahren um 65 Prozent gestiegen. Besonders in den wirtschaftlich heranwachsenden Ländern ist der Anstieg dramatisch. Das US-Forschungszentrum betont, dass der Gesamtverbrauch an Antibiotika bis 2030 um bis zu 200 Prozent steigen könnte. Im Ländervergleich zeigte Deutschland nur einen geringen Zuwachs[16].

Gut zu wissen: Die Weltgesundheitsorganisation betrachtet Antibiotikaresistenz als "eine der größten Bedrohungen für Gesundheit, Ernährungssicherheit und Entwicklung in der heutigen Welt.“ Die Bakterien werden sozusagen unempfindlich gegen Antibiotika so dass diese nicht mehr wirken. Die Heilung der Krankheit fällt hierdurch aus[17].

Wie sieht die Situation in Deutschland aus?

Antibiotikaverbrauch in Deutschland

Laut einer Datenanalyse vom Versorgungsatlas aus 2016 konnte in allen Bundesländern ein ausgeprägter Verordnungsanstieg des Breitband-Antibiotikums Cephalosporine beobachtet werden. Dies gilt als besonders besorgniserregend, da hierdurch die Entwicklung von Resistenzen und Superinfektionen durch das Bakterium Clostridium difficile steigen könnte. Aktuelle Leitlinien betonen, dass dieses Antibiotikum nicht für die Therapie von Infektionen der oberen Atemwege wie Erkältungen und Bronchitis empfehlenswert ist. Auch wenn die Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Antibiotika gerade bei Erkältungen immer mehr in Frage gestellt wird, sollte vor allem der von Breitband-Antibiotika reduziert werden. Experten sehen daher auch bei der Diagnose Atemwegsinfektion Handlungsbedarf, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren[18, 19]

Gut zu wissen: Clostridium difficile ist ein Bakterium mit krankmachender Eigenschaft. Als einer der häufigsten Krankenhauskeime führt das Clostridium difficile zu Durchfall und schweren Darmentzündungen[20].

Der Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen

Die häufigsten Infekte des Menschen sind sogenannte unkomplizierte respiratorische Infekte, eher bekannt als Erkältung. Obwohl Erkältungen überwiegend viral (durch Viren verursacht) bedingt sind und der Anteil rein bakterieller Ursachen unter 10 % liegt, ist der Einsatz von Antibiotika gerade in den Wintermonaten enorm hoch. Das heißt, dass das Antibiotikum bei einem virenbedingten Infekt gar nichts nützt. Der Grund: Ein Antibiotikum kann nur Bakterien angreifen, die Viren überleben[21, 22].

Tipp: Ein kleiner Abstrich auf Bakterien, wie Streptokokken, kann Ihnen schon Ausschluss darüber geben, ob eine Antibiotika-Einnahme sinnvoll ist[21, 22].

Welchen gesundheitlichen Einfluss haben Antibiotika auf uns?

Durchfall bis hin zu einer Entzündung des Dickdarms und gelegentlich des Dünndarms sind die gängigsten und spürbarsten Nebenwirkungen von Antibiotika. Doch was wir nicht direkt merken, ist die Auswirkung auf unsere Darmflora. Bei einer langfristigen Einnahme kommt es zur Verschiebung des Gleichgewichts zwischen guten und schlechten Bakterien[23].

Wussten Sie, dass etwa jeder fünfte Mensch während oder wenige Wochen nach der Einnahme an Durchfall erkrankt? Der Grund ist eine Störung in der Darmbarriere[24].

Antibiotika können die Genesung bei Infektionen beschleunigen, hinterlassen allerdings ein Bakterien-Schlachtfeld in unserem Darm. Die Vielzahl der toten Bakterien, die wir dann durch häufigeren Stuhlgang wieder ausscheiden, müssen von unserer Darmflora mühsam neu aufgebaut werden. Durch eine gezielte Ernährung können wir bakterienfreundliches Futter liefern und das Wachstum einer gesunden Darmflora beschleunigen[23].

Sie erfahren in Darmgesundheit – Therapie wie Sie Ihre Darmflora nach einer Antibiotika-Einnahme wieder aufbauen können.

Kurz und knapp: Antibiotika heilen uns zwar von vielen Krankheiten, der Einsatz sollte wegen der steigenden Antibiotikaresistenz jedoch immer hinterfragt und überprüft werden. Die parallele Einnahme von Probiotika schützt unsere Darmflora.

Darmgesundheit – Symptome

Was sind die häufigsten Anzeichen für ein Ungleichgewicht der Darmbakterien?

Ein Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen ist meist durch einen Bluttest oder einer Urinuntersuchung leicht feststellbar. Die Untersuchung unserer Darmbakterien sieht etwas komplizierter aus. Ein unausgeglichener Darm macht sich durch folgende Symptome bemerkbar[5] :

Verdauung

Haut

Atemwege

Psyche und sonstige

Blähung

Akne

Erkältungen

Konzentrationsprobleme

Sodbrennen

Ausschläge

verstopfte Nase

Müdigkeit

Durchfall

Rötungen

Atemwegsinfektionen

erhöhte Infektanfälligkeit

Verstopfung

Juckreiz

Atembeschwerden

Gelenk- und Muskelschmerzen

Gut zu wissen: Probleme im Magen-Darm-Bereich, eine laufende Nase, Hautausschläge und Müdigkeit können auch ein Indiz für Allergien und Unverträglichkeiten sein. Um Ihren Darm auf ganzer Ebene zu entlasten und eine effektive Darmsanierung zu erzielen, kann eine Blutanalyse (beispielsweise mit einem Lebensmittel-Reaktionstestauf Allergien und Unverträglichkeiten sinnvoll sein.

Darmgesundheit – Therapie

Wie beeinflusse ich meinen Darm positiv?

Studien zeigen deutlich, dass unsere Ernährung auch unsere Darmflora beeinflusst. Die Nahrung, die wir essen, spielt eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung sowohl der Artenvielfalt als auch der Funktionstüchtigkeit unserer Darmbewohner. Denn unsere Bakterien ernähren sich von dem, was wir ihnen über die Ernährung geben.

Probiotika, Präbiotika und Resistente Stärke – gesundes Futter für den Darm

Durch den Einsatz von Probiotika, Präbiotika und Resistenter Stärke können Sie den Darm auf natürlichem Wege heilen. Sie können die Darmflora wieder ins gesunde Gleichgewicht bringen – vor allem im Dickdarm. Pro- und Präbiotika unterstützen nicht nur die Bildung gesunder Bakterien, sondern verdrängen auch die negativen Vertreter in unserem Darm[4].

Gut zu wissen: Wenn das Verhältnis aus dem Gleichgewicht gerät, wird der Zustand als Dysbiose bezeichnet, was bedeutet, dass ein zu hoher Anteil einer bestimmten Art von Pilzen, Hefen oder Bakterien existiert, die den Körper negativ beeinflussen. Durch den Verzehr bestimmter Arten von probiotischen-Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln (oft in Kapselform) können Sie diese Verhältnisse wieder ins Gleichgewicht bringen.

Was sind Probiotika?

Probiotische LebensmittelProbiotika sind lebende Organismen (Bakterien), die in der heutigen Zeit vielen Lebensmitteln zugesetzt werden. Im Darm angekommen, tragen sie zur normalen Funktion der Darmflora bei. Sie kleiden unseren Verdauungstrakt aus, nehmen Nährstoffe auf und bekämpfen Infektionen[7, 25]. Probiotika entstehen normalerweise bei der natürlichen Gärung/Fermentation von Lebensmitteln. Da der Prozess der Gärung für die Lebensmittelindustrie nicht profitabel genug ist, verlieren viele eigentlich probiotische Lebensmittel ihre gesundheitlichen Vorteile[26].

Um Ihre Darmbakterien anzukurbeln, ist es wichtig, mehr probiotische Nahrungsmittel in Ihre Ernährung zu integrieren.

Gut zu wissen: Studien deuten darauf hin, dass Probiotika eine Laktoseintoleranz verbessern, Durchfälle, Verstopfung und Blähungen verringern, krebsfördernde Enzyme senken, bei Vaginitis helfen, Nahrungsmittelallergien abmildern und sich günstig auf Neurodermitis auswirken können[4]. 

Probiotische Drinks und Joghurts?

Die Gesundheitsversprechen für Lebensmittel, denen Probiotika zugesetzt sind, waren in den vergangenen Jahren groß. Eine neue Vorgabe der sogenannten Health-Claims-Verordnung aus 2012 zwang die Hersteller dazu, diese Werbeslogans wieder zurückzunehmen. Als Verbraucher fragt man sich nun, ob die Produkte von Yakult, Actimel und Co. tatsächlich zur Darmgesundheit beitragen[27].

Was Sie beim Gebrauch von probiotischen Drinks und Joghurts beachten sollten:

  • Der Gehalt an Keimen nimmt nach der Abfüllung kontinuierlich ab.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum kennzeichnet nicht den Verderb des Lebensmittels, sondern die garantierte Mindest-Keimzahl.
  • Nur 10-40% der Milchsäurebakterien überleben tatsächlich die Passage durch die Magen-Salzsäure.
  • Achtung vor hohem Zuckergehalt! Er dient besonders den schlechten Bakterien als Energiequelle.

Was sind Präbiotika?

Präbiotische LebensmittelPräbiotika sind Ballaststoffe, die nicht oder nur teilweise verdaubar sind. Sie dienen als direktes Futter für die gesundheitsfördernden Darmbakterien und regen so ihr Wachstum an. Sie werden in unserem Dickdarm von den dort ansässigen Bakterien verwertet. Dadurch entstehen gesunde Fettsäuren und der Darm-pH-Wert wird reduziert. Die bekanntesten Präbiotika sind Inulin und Oligofructose[25, 28]

Wussten Sie schon?

Es gibt auch Synbiotika. Wenn Probiotika und Präbiotika in einem Produkt (als Nahrungsergänzungmittel) kombiniert werden, nennt man sie üblicherweise Synbiotika. Synbiotika zielen darauf ab, das Überleben und die Aktivität der Probiotika zu erhöhen, sowie im Darm ansässige Bifidobakterien und Laktobazillen zu stimulieren[29].

Was ist resistente Stärke?

Als resistente Stärke werden Stärke und Stärkeabbauprodukte bezeichnet. Die resistente Stärke gelangt unverdaut in den Dickdarm, wo sie den dort vorkommenden Bakterien als Nahrung dient. Damit besitzt sie physiologische Eigenschaften, die Ballaststoffen ähneln[30]:

  • Verbesserung der Darmgesundheit
  • Erhöhung der Stuhlmenge 
Lebensmittel mit resistenter Stärke

Weitere Empfehlungen für einen gesunden Darm[31]:

  • Kaffee, schwarzen Tee oder Alkohol nur in Maßen genießen.
    Kaffee und Alkohol wirken nämlich in hohen Mengen stark abführend, während schwarzer Tee Verstopfungen verursacht.
  • Bevorzugen Sie mehrere kleine Mahlzeiten. Zu viel Nahrung auf einmal überfordert unser Verdauungssystem.
  • Essen Sie zu regelmäßigen Zeiten und nur wenn sie Hunger verspüren. Hören Sie auf zu essen, wenn das Sättigungsgefühl einsetzt.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (am besten stilles Mineralwasser oder dünn gebrühten Kräutertee trinken). Dadurch wird der Stuhl weicher, so dass keine Verstopfung auftritt und der Darm im besten Fall gut entleert wird.
  • Meiden Sie Fertigprodukte! Sie enthalten Zusatzstoffe, die nicht für jedermann verträglich sind und für Beschwerden sorgen können.
  • Verzichten Sie weitestgehend auf Soßen und Panaden, besonders wenn sie stark fetthaltig sind. Diese werden schwer verdaut und können Bauchschmerzen und Durchfall verursachen.
  • Meiden Sie stark fettreiche, zuckerreiche, proteinreiche Lebensmittel. Die Dosis macht das Gift!
  • Kauen Sie gründlich! Dadurch wird die Aufnahme im Darm einfacher und es kommt zu weniger Beschwerden (Verstopfung, Blähungen, Sodbrennen).
  • Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkorn, Haferflocken und Leinsamen. Ihr Stuhl wird lockerer und mehr Schadstoffe können ausgeschieden werden. Außerdem wirken sie förderlich auf unsere wichtigen Darmbakterien.
  • Achten Sie auf fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthalten sie zusätzlich Wasser und Ballaststoffe.
  • Achten Sie auf ausreichend Bewegung. Äußere Bewegung ist gut für die innere Bewegung!

Tipp: Wenn Sie Ihre Ernährung nun ballaststoffreicher gestalten wollen, sollten Sie erst einmal mit kleinen Mengen anfangen. Ansonsten entstehen viele Blähungen, die zu Magenschmerzen führen. Der Darm muss sich zunächst an die größere Menge an Ballaststoffen gewöhnen. So können Sie die unangenehmen Folgen von Blähungen umgehen.

 Tageskostplan

Darmsanierung nach Antibiotikaeinnahme: Wann sollte ich ein Probiotikum einnehmen?

Vor wenigen Jahren hat man noch davon abgeraten, Probiotika zeitgleich mit Antibiotika einzunehmen. So sollte man auf Joghurt, Kefir und Ko. verzichten. Man dachte, dass das Antibiotikum die Probiotika abtöten würde. Heute weiß man, dass Probiotika unbedingt schon während der Behandlung eingenommen werden sollen, um die Bildung der nützlichen Bakterien zu fördern. Die beste Einnahmezeit von Probiotika ist mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach der der Einnahme des Antibiotikums[32].

Gut zu wissen: Wenn Sie auf probiotische Lebensmittel setzen, sollten Sie diese parallel und nicht zeitgleich einnehmen.

Aktueller Wissenstand: Eine klinische Studie zeigte, dass die parallele Einnahme von Probiotika die Anzahl der Durchfall-Erkrankten um 25 Prozent reduziert[24].  

Wie viel Probiotikum soll ich einnehmen?

Das ist davon abhängig, ob Sie das Probiotikum zur Vorbeugung einnehmen oder ein therapeutischer Ansatz dahintersteht. Generell gilt: Damit genügend lebensfähige Bakterien im Darm ankommen, sollte eine Dosis mindestens eine Milliarde koloniebildender Einheiten (kbE) enthalten. Durch die Magensäure und Gallenflüssigkeit überleben einige Bakterien den Weg bis zum Darm nicht. Daher geht der Trend auch zu höheren Dosierungen. Besonders empfindlich sind die Milchsäure produzierenden Bakterien wie Laktobazillen. Aus diesem Grund enthalten Präparate mit diesen Bakterienstämmen oftmals einen magensaftresistenten Überzug, wie Zellulose[32].

Gut zu wissen: Die Magensäure hat keinen Einfluss auf S. boulardii.

Tageskostplan-Check

Darmgesundheit – Test

Das Allround-Paket für einen gesunden Darm

Durchfälle, Verstopfungen und Bauchkrämpfe können unterschiedlichste Ursachen haben. Treten Sie gerade nach einer Mahlzeit auf oder sind sie bei bestimmten Lebensmitteln besonders stark, reicht auch die beste Darmgesundheit nicht aus. Denn hier werden die Symptome von unserem Immunsystem ausgelöst, indem Histamin freigesetzt wird. Man spricht in diesen Fällen von einer Lebensmittelallergie oder Unverträglichkeit.

Wie kann ich Unverträglichkeiten und Allergien messen?

Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten können mittels einer Blutprobe gemessen werden. Für ein ganzheitliches Bild untersucht der Unverträglichkeits-Check Plus Ihr Blut neben 57 Nahrungsmitteln auch auf eine Histamin-Intoleranz und Glutenunverträglichkeit. So erhalten Sie einen Einblick, welche Allergien und Unverträglichkeiten in Ihrem Darm zusätzlich für Unruhe sorgen.

Bitte beachten Sie: Die Messergebnisse sind nur dann aussagekräftig, wenn Sie vor der Testdurchführung die getesteten Lebensmittel aus dem Lebensmittel-Reaktionstest und glutenhaltige Lebensmittel für den Glutenunverträglichkeits-Test verzehren.

Gut zu wissen: Ihr Bauch bläht sich nach dem Verzehr von Milch, Milchprodukten und Obst auf? Dann könnten eine Laktoseintoleranz, Fruktoseintolanz oder Sorbitintoleranz die unangenehmen Beschwerden von Blähungen und Durchfall verursachen.

Darmgesundheit und Reizdarm

In Deutschland leiden laut aktuellem Wissensstand etwa 10-20 % der Bevölkerung am Reizdarmsyndrom – einer der häufigsten chronischen Magen-Darm-Erkrankungen[33].

Die von den Fachgesellschaften erstellte Leitlinie hat erstmalig die Gabe von Probiotika als eine anerkannte Therapieoption freigegeben. Die Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und wechselnde Stuhlformen – Durchfall und Verstopfung – können durch die Einnahme der lebenden Bakterien gelindert werden.

Aktueller Wissensstand: Neue Studien stellten fest, dass sich die Darmflora von Reizdarmpatienten von denen gesunder Menschen unterscheidet. Reizdarmpatienten zeigen eine gestörte Darmflora mit einer Vielzahl an „schlechten“ Bakterien (u.a. Proteobakterien). Für eine erfolgreiche Therapie muss der behandelnde Arzt das Probiotikum an die Symptomatik anpassen[33].

Darmgesundheit und entzündliche Darmerkrankungen

Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa haben sich seit dem Beginn des 21 Jahrhunderts zu einer globalen Krankheit entwickelt[34]. Allerdings weiß man bis heute nicht, was die Auslöser der Darmentzündungen sind.

Aktueller Wissensstand: Die Wissenschaft ist sich in einer Sache einig: Die Darmflora ist ein Puzzleteil in der Entstehung der Darmentzündungen[35, 36]. Studien zeigen, dass die Darmflora bei den Patienten mit Morbus Crohn als auch Colitis Ulcerosa deutlich mehr schlechte Bakterien als gute enthält und die Bakterienvielfalt geringer ist. Dieses Ungleichgewicht stellt demzufolge eine Hürde für die Immunantwort da. Durch Fehlleitungen kann es dann vermehrt zu Entzündungen kommen. Allerdings gibt es nur wenige Informationen darüber, wie das Ungleichgewicht das Immunsystem des Darms reguliert[37, 38].

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern gerade hinsichtlich der Behandlung von Colitis Ulcerosa vielversprechende Ergebnisse: Der Einsatz der schützenden Bakterien Bifidobacterium und Lactobacillus als Probiotika zeigten eine bedeutende Verschiebung innerhalb der Darmflora im Vergleich zu den Standardmedikamenten. So können Probiotika zu einer Linderung der Krankheitssymptome führen[29, 39, 40].

Darmgesundheit und Depression

Unser Gehirn enthält Milliarden von Neuronen, die eine enge Beziehung zu den Billionen von „guten“ und „schlechten“ Darmbakterien haben. In Stresssituationen kann die Darmflora sich tatsächlich verändern und die Zusammenarbeit der Bakterien verändern. Umgekehrt kann eine intakte Darmflora Signale an die Neuronen in unserem Gehirn übermitteln[41].

Aktueller Wissensstand: Dies ließ die Wissenschaftler vermuten, dass Probiotika die Symptome von Depressionen verringern können. Diese Vermutung wurde 2016 in einer Studie bestätigt – dies war allerdings die erste Überprüfung dieser Art[42]. Eine in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie aus 2011 an Mäusen zeigte schon beeindruckende Ergebnisse: Das Füttern gesunder Mäuse mit Probiotika hat im Vergleich zu Kontrollmäusen dazu beigetragen, angstähnliches und depressiv-ähnliches Verhalten zu verringern[43].

Darmgesundheit und Abnehmen

Es ist bekannt, dass unsere Darmbewohner die aufgenommene Nahrung verwerten und dem Menschen vorteilhafte Fette, Vitamine und Mineralstoffe liefern. Der neue Wissensstand weist auf mögliche Veränderungen der Darmflora bei Übergewicht bzw. Adipositas hin. Eine übermäßige Kalorienzufuhr gilt als wesentliche Ursache für Übergewicht und eine veränderte Darmflorazusammensetzung[1].

Aktueller Wissensstand: Studien konnten zeigen, dass bei Übergewichtigen ein Bakterienstamm (Fermicutes) dominiert, der aus unverdaulichen Nahrungsbestandteilen besonders effizient Energie gewinnt. Was sich erst einmal vorteilhaft anhört, bedeutet allerdings, dass sich der Überschuss an aufgenommener Energie als Fett ablagert. Bei den „schlanken“ Studienteilnehmern wurde die Nahrung, die nicht in Form von Energie umgewandelt werden konnte, über den Stuhlgang wieder ausgeschieden[44].

Die oben vorgestellte Studie zeigt: die Ernährung kann nicht nur die Entwicklung von Adipositas verursachen, sondern auch die mikrobielle Vielfalt im Darm stark verändern. Das bakterielle Ungleichgewicht der Darmflora bedeutet ein höheres Risiko für Fettleibigkeit und entzündliche Prozesse[45].

Darmgesundheit und Neurodermitis

Unser Hautökosystem ist von einer vielfältigen Bakterien-Gemeinschaft bedeckt. Einige von Ihnen sind, wie im Darm auch, besonders nützlich, andere neutral und andere werden als krankmachend eingestuft[46].

Eine Studie aus 2001 untersuchte die Wirkung eines Probiotikums auf Schwangere mit einer familiären Vorbelastung und auf deren Säuglinge. Beide von ihnen bekamen das Probiotikum L. rhamnosus als Nahrungsergänzung. Nach zwei Jahren konnte ein deutlicher Unterschied gemessen werden: Kinder, die das Probiotikum erhielten, hatten nur halb so oft Neurodermitis, wie Kinder, die ein Placebo einnahmen[32].

Über die Wirksamkeit von Pro- und Präbiotika in kosmetischen Produkten ist bislang wenig bekannt. Direkt auf die Haut aufgetragen besteht die Möglichkeit, dass sie das Wachstum der nützlichen Bakterien anfeuern. Hier sind weitere Studien notwendig[46].

Zusammenfassung

  • Der Darm ist dann gesund, wenn keine Krankheiten im Darm, keine Nahrungsunverträglichkeiten bzw. -allergien, keine instabile Darmflora und keine hohe Infektanfälligkeit vorliegen.
  • Der menschliche Darm beherbergt 100 Billionen verschiedene mikrobielle Organismen, einschließlich Bakterien, Viren und Pilze, die zusammengefasst Darmflora, intestinale Mikrobiota oder auch Mikroflora genannt wird.
  • Der größte Teil der Darmflora besteht aus Bakterien. Ihre Anzahl nimmt vom Mund bis hin zum Dickdarm zu.
  • Bakterien stärken unser Immunsystem, schützen uns vor Krankheitserregern, produzieren wichtige Aminosäuren, Vitamine und Buttersäure – Buttersäure trägt nachweislich zur Darmgesundheit bei.
  • Durch ein Ungleichgewicht im Darm können die oben genannten Aufgaben nicht erfüllt werden.
  • Die Gründe für einen „ungesunden“ Darm sind unterschiedlich und reichen von hohen Mengen an Antibiotika, Umweltgiften, schlechter Ernährung bis hin zu Stress.
  • Bei einer Entgleisung können Probiotika, Präbiotika und resistente Stärke Sie finden sich in bestimmten Lebensmitteln wie Kefir, Sauerkraut, abgekühlten Kartoffeln oder als Nahrungsergänzungsmittel.
  • Probiotika gelten hier als besonders effektiv. Immer mehr Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die lebenden Mikroorganismen nicht nur einen großen Beitrag für einen gesunden Darm leisten, sondern auch die Entstehung einiger Krankheiten wie Neurodermitis reduzieren können, bei Colitis Ulcerosa helfen, depressive Symptome verringern und die Folgen vom Reizdarmsymptom
  • Durch die industrielle Herstellung enthalten viele - eigentlich probiotische - Lebensmittel keine lebenden Mikroorganismen mehr. Neben der Self-Made-Methode bei sauren Gurken, enthalten Bio-Produkte oftmals noch deutlich mehr Probiotika.
  • Die Symptome eines intakten Darms sind neben häufigen Verdauungsproblemen auch ein schlechtes Hautbild, Probleme der Atemwege, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Gelenk- und Muskelschmerzen.
  • Nicht nur ein zu viel an schlechten Bakterien kann zu den Symptomen führen. Lebensmittelallergien und -Unverträglichkeiten sowie eine Laktose-, Fruktose- oder Sorbit-Intoleranz machen sich besonders durch diese Symptome bemerkbar.

Quellenangaben

  1. Bischoff, S.C.: “Gut health”: a new objective in medicine? BMC Medicine. 9, (2011). doi:10.1186/1741-7015-9-24
  2. Darmgesundheit_mehr_als_nur_eine_gute_Verdauung_final.pdf, http://www.dgmim.de/fileadmin/CONTENT/Darmgesundheit_mehr_als_nur_eine_gute_Verdauung_final.pdf
  3. Haller, D., Hörmannsperger, G.: Aufbau und Funktionen des Darmes. In: Darmgesundheit und Mikrobiota. pp. 3–12. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden (2015)
  4. Biesalski, H.-K., Grimm, P., Nowitzki-Grimm, S.: Taschenatlas Ernährung. Georg Thieme Verlag, Stuttgart New York (2017)
  5. See How Bacteria Plays a Role in Depression, Obesity, Spinal Cord Recover + More Conditions, https://draxe.com/gut-bacteria-benefits/
  6. Honda, K., Littman, D.R.: The microbiome in infectious disease and inflammation. Annu. Rev. Immunol. 30, 759–795 (2012). doi:10.1146/annurev-immunol-020711-074937
  7. Kasper, H., Burghardt, W.: Ernährungsmedizin und Diätetik. Elsevier, Urban & Fischer, München (2014)
  8. Xu, X.-R.: Dysregulation of mucosal immune response in pathogenesis of inflammatory bowel disease. World Journal of Gastroenterology. 20, 3255 (2014). doi:10.3748/wjg.v20.i12.3255
  9. Savadogo, A., Ouattara, A.C., Bassole, H.I., Traore, S.A.: Bacteriocins and lactic acid bacteria - a minireview. African Journal of Biotechnology. 5, (2006)
  10. Tanca, A., Abbondio, M., Palomba, A., Fraumene, C., Manghina, V., Cucca, F., Fiorillo, E., Uzzau, S.: Potential and active functions in the gut microbiota of a healthy human cohort. Microbiome. 5, (2017). doi:10.1186/s40168-017-0293-3
  11. Nishida, A., Inoue, R., Inatomi, O., Bamba, S., Naito, Y., Andoh, A.: Gut microbiota in the pathogenesis of inflammatory bowel disease. Clin J Gastroenterol. (2017). doi:10.1007/s12328-017-0813-5
  12. Redaktion: Mikroben verhindern Allergien, https://www.ernaehrungs-umschau.de/news/13-07-2015-mikroben-verhindern-allergien/
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