HbA1c-Wert – Langzeitblutzucker


So verbessern Sie Ihre Blutzucker-Werte

422 Millionen Menschen weltweit leiden an Diabetes. Der Großteil von ihnen kämpft mit starken Blutzuckerschwankungen und deren Auswirkungen auf das Nerven- und Herzkreislaufsystem. Mit Bewegung, den richtigen Lebensmitteln und Fasten bekommen Sie Ihre Werte in den Griff!

Seien es Gummibärchen, Lakritz oder Schokolade – Süßigkeiten wurden lange Zeit verdächtigt, Diabetes mit auszulösen. Doch es ist gar nicht unbedingt der Zucker, der zur Zuckerkrankheit führt. Wie die Forschung mittlerweile ans Tageslicht gebracht hat, verursachen vielmehr eine generell ungesunde Ernährung und Übergewicht Diabetes mellitus Typ 2. Einen Typ-1-Diabetes entwickeln sogar gesunde, sportliche Kinder und Erwachsene, er ist meist genetisch bedingt.

Nach der Diagnose müssen Diabetiker Ihr Leben umkrempeln. Nun heißt es: die Kohlenhydratmenge auf dem Teller berechnen, die richtige Menge an Insulin spritzen und mehr Sport in den Alltag bringen. Zwar erklären Diabetologen, Diabetes- und Diätassistenten Ihnen die Grundlagen, doch es ist alles andere als einfach, seine Blutzuckerwerte stets im grünen Bereich zu halten. Die Therapie hängt dabei maßgeblich vom Diabetes-Typ ab. Während für Typ-1-Diabetiker die korrekte Berechnung der Insulin-Dosen am wichtigsten ist, müssen Typ-2-Diabetiker eher auf die Ernährung und Sport setzen.

Wir erklären Ihnen, was es mit dem HbA1c-Wert auf sich hat, wie Sie Ihre Blutzuckerwerte optimieren können und wie selbst ein kurzes tägliches Fasten Ihnen helfen kann.

Diabetes mellitus – die Volkskrankheit

Diabetes mellitus zählt laut Robert-Koch-Institut zu den häufigsten Diagnosen in deutschen Krankenhäusern. Der Typ-2-Diabetes ist besonders bei älteren Menschen weit verbreitet.

Um das Krankheitsbild der Volkskrankheit Diabetes wirklich zu durchblicken, lohnt es sich, die wichtigsten Begriffe rund um die Erkrankung einordnen zu können: Bauchspeicheldrüse, Insulin, Blutzucker, Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes.

Was ist Insulin?

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert das Hormon Insulin. Es reguliert den Blutzucker, also den Glukosegehalt im Blut, und funktioniert wie ein Schlüssel. Es öffnet die Zellmembran von außen, damit der Zucker aus dem Blut in die Zelle gelangt und sie mit Energie versorgt. Ist der Zucker in der Zelle angekommen, sinkt der Zuckergehalt im Blut ab[1].

In der Regel gewährt Insulin dem Zucker Einlass in die Zellen. Bei einem Diabetes mellitus kann der Körper den Zucker im Blut nicht in die Zellen transportieren. Der Zucker (Glukose) schwirrt weiter im Blut umher, wodurch der Blutzucker steigt. Eine Diabetes-Erkrankung wird verursacht von einem Insulinmangel oder unbrauchbarem Insulin. Es gibt drei verschiedene Formen:

  • Diabetes mellitus Typ 1 – absoluter Insulinmangel
  • Diabetes mellitus Typ 2 – relativer Insulinmangel
  • Schwangerschaftsdiabetes – relativer Insulinmangel in der Schwangerschaft

Der Unterschied zwischen Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2

Bei Typ-1-Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse gar kein Insulin mehr, weil sie infolge von Virusinfektionen oder durch genetische Veranlagungen beeinträchtigt ist. Von Typ-1-Diabetes sind insbesondere Kinder und Jugendliche betroffen. Typ-2-Diabetes hingegen entsteht eher durch eine ungesunde Ernährungsweise und Übergewicht: Bei dieser Erkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, jedoch kann es die Zellmembran nicht öffnen. Fettzellen stehen dem Insulin im Weg. Deswegen verbleibt die Glukose im Blut und der Blutzucker steigt[2].

Höheres Diabetes-Risiko durch Vitamin-D-Mangel

Gut zu wissen: In Europa herrscht ein Nord-Süd-Gefälle in Bezug auf Diabetes mellitus Typ 1. Im skandinavischen Raum erkranken deutlich mehr Menschen als im Süden Europas. Forscher gehen davon aus, dass genetischen Ursachen verantwortlich sind, und ein Vitamin-D-Mangel, der stark in Nordeuropa verbreitet ist. Das Sonnenvitamin D soll die die Bauchspeicheldrüse vor Infektionen schützen, die ihre Funktion schwächen[3].

Schwangerschaftsdiabetes

Jede 20. Frau in Deutschland bekommt einen Schwangerschaftsdiabetes – meistens in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko, an diesem Diabetes-Typ zu erkranken[4]:

  • Die Schwangere leidet an starkem Übergewicht.
  • Die Frau hatte in einer früheren Schwangerschaft schon einen Diabetes entwickelt.
  • In der Familie der Frau ist Typ-2-Diabetes verbreitet.

Wenn diese Kriterien auf Sie zusprechen, ist das Risiko erhöht, nach einem Schwangerschaftsdiabetes an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Daher sollten regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen erfolgen. Ist ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert worden, müssen Sie auf Ihren Blutzucker achten. Im schlimmsten Fall kann ein schlecht eingestellter Schwangerschaftsdiabetes zu einer Fehlgeburt führen[5].

Aktueller Wissenstand – Stillen schützt vor Diabetes mellitus Typ 2

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung untersuchte im Jahr 2016 bei stillenden Müttern das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Die Untersuchung stellte fest: Nicht-stillende Studienteilnehmerinnen wiesen eine stärkere Tendenz auf[6]. Forscher des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung vermuten, dass das Stillen die Frauen vor Typ-2-Diabetes schützt, wenn sie an einem Schwangerschaftsdiabetes erkrankt waren[7].

Blutzucker und HbA1c

Zucker ist wie Sprit für den Körper. Unser Gehirn, unsere Muskeln und Organe arbeiten auf Hochtouren, wenn Insulin sie mit diesem Energielieferanten füttert. Brot, Kartoffeln, Reis, Obst und Süßigkeiten enthalten Kohlenhydrate, chemische Zuckerketten. Sie setzen sich aus dem Zucker Glukose oder auch aus Fruktose, die im Körper zu Glukose umgewandelt wird, zusammen. Bereits im Mund spalten Substanzen im Speichel langkettige Kohlenhydrate in Glukosemoleküle auf. Nur in dieser Form kann der Körper Kohlenhydrate über die Dünndarmschleimhaut in den Blutkreislauf schleusen – der Blutzucker steigt und die Bauchspeicheldrüse setzt Insulin frei.

Welche Blutzucker-Werte sind normal?

Mediziner messen den Blutzucker in der Regel in der internationalen Einheit mmol/L. In Deutschland findet häufig die Einheit mg/dl Verwendung. Ob sich Ihr Blutzucker in einem gesunden Rahmen befindet, richtet sich danach, ob Sie nüchtern sind oder gegessen haben[8, 9].  

Gesundheitszustand/ Zielwerte zu bestimmten Zeitpunkten

Nach dem Aufstehen (nüchtern)

Vor dem Essen

Mindestens 90 Minuten nach dem Essen

„gesund“

 

72-108 mg/dl

< 140 mg/dl

Diabetes mellitus Typ 2

 

72-126 mg/dl

< 153 mg/dl

Diabetes mellitus Typ 1

90-126 mg/dl

72-126 mg/dl

90-162 mg/dl

Kinder mit Diabetes

72-126 mg/dl

72-126 mg/dl

90-162 mg/dl

Modifiziert nach: National Institute for Health and Care Excellence

Gut zu wissen: Um den Blutzuckerwert von mg/dl in mmol/L in umzurechnen, müssen sie den Wert durch 18 teilen. So ergeben 72 mg/dl 4 mmol/L.

Blutzuckerentgleisungen und ihre Folgen – wieso sie sofort behandelt werden müssen!

Für einen Diabetiker gestaltet es sich schwierig, konstant gute Blutzuckerwerte zu haben. Jedoch sollten Sie mit der richtigen Therapie und Lebensweise Blutzuckerwerte im gesunden Bereich anstreben, um den Folgen von Blutzuckerschwankungen zu entgehen. Sowohl eine Unterzuckerung als auch eine Überzuckerung dürfen Sie keinesfalls unterschätzen!

Sinkt Ihr Blutzucker in einen sehr niedrigen Bereich ab, führt dies neben der Verstärkung der üblichen Symptome zu Krampfanfällen. Im schlimmsten Fall verlieren Sie bei einer starken Unterzuckerung Ihr Bewusstsein[15].

Überzuckerungen für einen längeren Zeitraum gehen mit Langzeitschäden einher. Schäden an den Nervenzellen bewirken Taubheitsgefühle, vor allem an den Füßen. Es lagern sich vermehrt verzuckerte Moleküle im Auge ab, wodurch Sehstörungen auftreten können. Hohe Blutzuckerwerte machen auch den Nieren und den Herzgefäßen schwer zu schaffen. Das Risiko, Nierenprobleme zu entwickeln oder sogar einen Schlaganfall zu erleiden, steigt[16].

Aktueller Wissensstand: Hoher Blutzucker und HbA1c beeinträchtigen das Gehirn

Neuesten Untersuchungen zufolge altert das Gehirn schneller, wenn man an einem Diabetes mit kontinuierlichen Überzuckerungen leidet. So war das Gehirn von Diabetikern in der Studie fünf Jahre älter als das der gesunden Probanden. Ebenso kann Diabetes das Auftreten einer Demenzerkrankung fördern. Um das Risiko zu mindern, sollten Betroffene versuchen, mit der richtigen Therapie einen kontinuierlich optimalen HbA1c-Wert zu erreichen[19].

Ab wann ist der Blutzucker erhöht?

Von einem erhöhten Blutzucker sprechen Mediziner, wenn ein Nüchtern-Blutzucker über 126 mg/dl vorliegt. Da der Körper morgens erhebliche Mengen des Stresshormons Cortisol ausschüttet, kann der Nüchtern-Blutzucker morgens größer sein als 126 mg/dl. Cortisol erhöht nämlich den Glukoseanteil im Blut[10, 11].

Der Junge mit dem höchsten Blutzucker der Welt: Der Amerikaner Michael Buonocore wurde im Jahre 2008 mit einem Blutzucker von 2656 mg/dl ins Krankenhaus geliefert. Bei ihm wurde ein Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert[12].

Was ist der HbA1c-Wert?

Der Langzeitblutzucker HbA1c verrät Ihnen den durchschnittlichen Blutzucker-Wert der letzten drei Monate. Zucker heftet sich im Blut an den Blutfarbstoff Hämoglobin, wodurch dieser „verzuckert“. Je höher der HbA1c-Wert ist, desto mehr verzuckerte Hämoglobin-Teilchen schwimmen im Blut. Das heißt, dass Sie in diesem Zeitraum erhöhte Blutzuckerwerte hatten. Anhand dieses Wertes können Ärzte einen Diabetes mellitus feststellen[13].

Welche HbA1c-Werte sind normal? – ein Überblick

HbA1c-Wert

Erklärung

< 5,7 Prozent

Normbereich

5,7 Prozent < 6,5 Prozent

Graubereich (Prädiabetes) – bitte klären lassen

≥ 6,5 Prozent

Erhöht (mögliche Diabeteserkrankung) – unbedingt abklären lassen

6,5 - 7 Prozent als Zielbereich für Diabetiker

Ist Ihr HbA1c-Wert im sogenannten Graubereich, sprechen Mediziner von einem Prädiabetes. In diesem Blutzuckerbereich steigt das Risiko, einen Diabetes zu entwickeln. Besonders Menschen, die übergewichtig sind und sich unausgewogen ernähren, befinden sich in diesem Bereich. Durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung können Sie dieses Risiko minimieren. Wenn Ihr Wert größer als oder gleich 6,5 Prozent ist, gehen Mediziner von einer Diabetes-Erkrankung aus. Mittels einer umfassenden Blutuntersuchung können Ärzte die Diagnose absichern.

HbA1c-Rechner – wie Sie einen ungefähren Überblick über die letzten drei Monate gewinnen

Um Ihre Blutzucker-Werte der letzten drei Monaten einzuschätzen, hilft Ihnen eine mathematische Formel. Wenn Sie im Besitz eines Blutzucker-Messgeräts sind, kann es Ihnen den durchschnittlichen Blutzucker für einen bestimmten Zeitraum anzeigen. Mit diesem Wert können Sie einen geschätzten HbA1c-Wert errechnen. Dieser Wert ersetzt jedoch keine ärztliche Untersuchung und sollte nicht Anlass dazu sein, die Blutzucker-Therapie selbst anzupassen.

HbA1c (Prozent) = 0,031 * durchschn. BZ (mg/dl) + 2,393

Kurz und knapp – Blutzucker und HbA1c:
Der Blutzuckerwert gibt an, wie viel Glukose im Blut schwimmt. Der HbA1c-Wert dient als Langzeitgedächtnis für unseren Zuckergehalt im Blut und gibt Auskunft über den Blutzucker der letzten drei Monate. Beide Parameter sind wichtig in der Diagnose von Diabetes mellitus und besonders relevant für Diabetiker.

Ursachen von Überzuckerung und Unterzuckerung

Verschiedene Faktoren führen dazu, dass der Blutzucker entweder steigt oder sinkt. Normalerweise bringen Hormone diese Schwankungen wieder ins Gleichgewicht. Doch bei Diabetikern ist diese Fähigkeit eingeschränkt. Daher gerät ihr Blutzucker-Haushalt mehr ins Schwanken, wodurch sie häufiger Unterzuckerungen (Hypoglykämien) und Überzuckerungen (Hyperglykämien) erleiden.

Wodurch entstehen Unterzuckerungen?

Durch eine zu hohe Insulinmenge sinkt der Blutzuckerspiegel rapide ab. Dabei strömt zu viel Zucker in die Zellen. Folgende Bedingungen senken Ihren Blutzucker stark[14]:

  • Verwendung von mehr Insulin und Medikamenten als nötig
  • Starke körperliche Betätigung
  • Hohe Stressbelastung
  • Starker Alkoholkonsum
  • Fasten und Auslassen von Mahlzeiten (vor allem bei Typ-1-Diabetes)

Eine Unterzuckerung dürfen Sie nicht unterschätzen – Sie müssen dem sinkenden Blutzucker-Spiegel entgegenwirken. Haben Sie deswegen stets Ihr Messgerät und Traubenzucker bei sich, um die gefährlichen Folgen einer Unterzuckerung zu vermeiden.

Gut zu wissen: In seltenen Fällen können auch gutartige Tumoren Unterzuckerungen hervorrufen. Die sogenannten Insulinome produzieren überschüssiges Insulin, wodurch der Blutzucker-Wert abfällt. In Deutschland trägt jeder 200. das Risiko in sich, an einem Insulinom zu erkranken. Besonders Menschen ab 50 Jahren sind davon betroffen[15].

Wodurch steigt der Blutzucker?

Überzuckerungen betreffen vor allem Diabetiker. Die Glukose verbleibt aufgrund eines Insulinmangels im Blut. Weiterhin steigt der Blutzucker durch[16]:

  • hohe Stressbelastung
  • Verwendung von Kortison-Präparaten
  • Infektionen
  • sportliche Inaktivität

Symptome einer Über- und Unterzuckerung

Blutzuckerschwankungen bleiben nicht unbemerkt. Ihr Herz rast, Verwirrung macht sich im Kopf breit und Ihre Gefühlslage schwankt zwischen Ängstlichkeit und Aggressivität. Unter- und Überzuckerungen erweisen sich als Gefahr, wenn Sie nicht rechtzeitig handeln. Das Problem an den Blutzuckerentgleisungen: Je häufiger Sie an Ihnen leiden, desto schlechter können Sie diese mit der Zeit spüren. So bemerken Menschen mit häufigen Unterzuckerungen den niedrigen Blutzucker verzögert oder gar nicht, was lebensbedrohliche Folgen haben kann[17, 18].

Woran bemerke ich eine Unterzuckerung und eine Überzuckerung?

Unterzuckerung[15]

Überzuckerung[16]

Herzrasen

vermehrter Harndrang

Heißhunger

starkes Durstgefühl

Konzentrationsschwierigkeit, Müdigkeit, Verwirrung, Angstattacken, starke Emotionalität

Müdigkeit

starkes Schwitzen, Schüttelfrost, weiche Knie

Kopfschmerzen

Therapie – Blutzucker und HbA1c optimieren

6 Tipps für bessere Langzeitblutzucker-Werte

Für einen gut eingestellten HbA1c-Wert sind regelmäßige Kontrollen bei Hausärzten und Diabetologen wichtig. Eine große Verantwortung liegt aber auch bei den Betroffenen. Mit der richtigen Insulin- und Medikamententherapie lässt sich der Blutzucker sehr gut einstellen. Allerdings müssen Betroffene im Falle von Blutzuckerschwankungen richtig handeln, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Bestenfalls sollten nicht nur Diabetiker, sondern auch Familienangehörige, Freunde und Partner informiert sein.

Was mache ich bei einer Unterzuckerung?

Schnelles Handeln ist angesagt! Eine Unterzuckerung behebt man am besten mit schnell aufnehmbaren Zuckern: Traubenzucker, Süßigkeiten, Cola und Säfte. Je nach Wert empfiehlt es sich, zu folgenden Mitteln zu greifen. Nach 15 Minuten sollten Sie überprüfen, ob der Wert gestiegen ist[20].

Blutzucker
-wert

Trauben-zucker

Cola

Haushalts-
zucker

Frucht
-saft

< 80 mg / dl

1 Plättchen

50 ml

1 TL in Wasser aufgelöst

100 ml

< 70 mg / dl

1, 5 Plättchen

75 ml

1,5 TL in Wasser aufgelöst

150 ml

< 60 mg / dl

2 Plättchen

100 ml

1 EL in Wasser aufgelöst

200 ml

< 50 mg / dl

2,5 Plättchen

125 ml

1,5 EL in Wasser aufgelöst

250 ml

Was muss ich tun, wenn der Blutzucker nicht steigt?

In solch einer Situation dürfen Sie nicht alleine sein! Folgende To-Dos müssen Sie beachten[21]:

  • Holen Sie sich Hilfe. Sagen Sie Ihrem Partner, Nachbarn oder Personen in unmittelbarer Nähe Bescheid.
  • Nehmen Sie weiterhin schnell aufnehmbare Kohlenhydrate zu sich und kontrollieren Sie den Wert in Abständen von 15 Minuten.
  • Sinkt der Wert stark, kontaktieren Sie den Notruf.
  • Haben Sie eine Glukagon-Spritze immer griffbereit. Glukagon ist der Gegenspieler von Insulin und erhöht den Blutzucker.

Wie kann ich einen hohen Blutzucker senken?

Einem hohen Blutzucker können Sie mit Insulin entgegenwirken. Welche Menge bei Überzuckerungen von Nöten ist, klärt Ihr Diabetologe mit Ihnen. Sport kann zwar den Blutzucker senken, bei Überzuckerungen steigt der Blutzucker durch Sport jedoch erheblich[22].

Wie senke ich am besten einen hohen HbA1c-Wert?

Je nach Diabetes-Typ können Sie mit der richtigen medikamentösen Einstellung und Lebensweise Ihren HbA1c-Wert verbessern und im Optimum halten! Kontrollieren Sie auf jeden Fall alle drei Monate Ihren HbA1c-Wert sowie regelmäßig am Tag Ihre Blutzuckerwerte. Achten Sie weiterhin auf eine gesunde Ernährung. In vielen Fällen müssen Typ-2-Diabetiker durch eine Ernährungsumstellung und eine Gewichtsabnahme weniger bis keine Medikamente einnehmen[23, 24, 25].

Typ-1-Diabetes

Typ-2-Diabetes

Insulintherapie richtig einstellen

Insulin- und Medikamententherapie richtig einstellen

regelmäßig Sport treiben

regelmäßig Sport treiben, Gewichtsabnahme

Lebensmittel mit hohem glykämischen Index meiden

Lebensmittel mit hohem glykämischen Index meiden, ausgewogene Ernährung

Blutzucker regelmäßig prüfen

kontinuierliche Blutzuckerkontrolle mit Ihrem Arzt besprechen

Blutzucker regelmäßig prüfen

HbA1c-Wert alle drei Monate prüfen

HbA1c-Wert alle drei Monate prüfen

Magnesium – Helfer bei Typ-2-Diabetes?

Eine Supplementierung von Magnesium kann Typ-2-Diabetikern dabei helfen, den Blutzucker im Griff zu halten. Der Mineralstoff fördert die Wirksamkeit von Insulin, wodurch große Mengen Zucker in die Zellen transportiert werden[26].

Was ist der glykämische Index?

Der glykämische Index ist ein Maß für ein Lebensmittel, das angibt, wie schnell und wie stark der Blutzucker steigt. Je höher und schneller der Blutzucker steigt, desto mehr Insulin benötigt der Körper. Weißmehlprodukte, weißer Reis, Kürbis und Süßigkeiten sind beispielsweise Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index. Vollkornprodukte und die meisten Früchte lassen den Blutzuckerspiegel nicht so stark ansteigen[27].

Aktueller Wissensstand: Intermittierendes Fasten bei Diabetes mellitus Typ 2

Das intermittierende Fasten gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Am Tag legen Sie eine Fastenperiode von 16 Stunden ein, in denen Sie nur Wasser und Tee trinken dürfen. Nur in den restlichen acht Stunden können Sie essen. Die beliebteste Methode ist es, im Zeitraum von 12 bis 20 Uhr zwei Mahlzeiten zu sich zu nehmen und danach zu fasten. Laut einer Studie aus dem World Journal of Diabetes kann intermittierendes Fasten Typ-2-Diabetikern helfen, die Blutzuckerwerte zu verbessern und zusätzlich abzunehmen. Durch die langen Phasen des nichts-Essens wird Ihr Blutzucker ruhiggestellt und der Stoffwechsel geht an die Fettreserven. Bedenken Sie eins: Sobald Ihre Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet, wird Ihr Fettstoffwechsel gestoppt[28, 29].

Was muss ich als Diabetiker vor dem Sport beachten?

Wenn Sie Sport treiben, müssen Sie Ihren Blutzucker eine Stunde vorher kontrollieren. Ist der Wert unter 100 mg / dl, sollten Sie zwei Plättchen Traubenzucker oder eine Banane essen. Ist der Wert über 200 mg / dl oder unter 80 mg / dl, müssen Sie abwarten, bis der Wert sich normalisiert hat. Am besten kontrollieren Sie den Wert auch nach dem Training, da Sie eine Unterzuckerung beim Sport in der Regel selbst nicht merken[22].

Wichtig: Nicht nur vor dem Sport sollten Sie den Blutzucker kontrollieren, sondern auch vor dem Fahren eines Fahrzeugs!

HbA1c-Test

Der HbA1c-Wert ist der wichtigste Parameter, um die aktuelle Blutzuckereinstellung von Diabetikern zu untersuchen. Neben Diabetikern sollten Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko den Wert abklären lassen. Wenn in der Familie Diabetes vorkommt Sie übergewichtig sind, ist eine Kontrolle ebenfalls sinnvoll.

Ein HbA1c-Test erweist sich aus folgenden Gründen als vorteilhaft[30]:

  • Man muss ihn nicht auf nüchternen Magen durchführen.
  • Er ist zu jeder Zeit messbar.
  • Er gibt Aufschluss über den Blutzucker der letzten drei Monate.
  • Er benötigt nur eine geringe Blutmenge.

Wer testet den HbA1c-Wert?

Hausärzte, Diabetologen und manche Apotheker messen Ihren Langzeitblutzucker - Sie können ihn aber auch mit einem Selbsttest von zuhause aus bestimmen. Beim cerascreen® HbA1c-Test entnehmen sie eine kleine Menge Blut aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen. Ein Fachlabor analysiert die Blutprobe auf Ihren Langzeitblutzucker und ermittelt anhand dessen den durchschnittlichen Blutzucker der letzten drei Monate.

Zusammenfassung

  • Der Blutzucker gibt an, wie viel Glukose sich im Blut befindet.
  • Der HbA1c gibt Aufschluss darüber, wie hoch der durchschnittliche Blutzucker der letzten drei Monate war.
  • Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, die mit Störungen im Blutzucker-Haushalt einhergehen. Ursache hierfür ist ein Insulinmangel.
  • Liegt der HbA1c-Wert über 6,5 Prozent, liegt eine Diabetes-Erkrankung vor.
  • Unterzuckerungen entstehen, wenn durch einen Insulinüberschuss der Glukosewert sinkt. Extreme körperliche Betätigung kann auch den Blutzucker senken.
  • Überzuckerungen hingegen entstehen, wenn zu wenig Insulin im Körper ist oder man stark gestresst ist.
  • Sind Sie unterzuckert, können Sie sich schlechter konzentrieren, Ihre Knie werden weich und Sie schwitzen stark.
  • Eine Überzuckerung macht sich durch erhöhten Harndrang und starkes Durstgefühl bemerkbar.
  • Um Ihren HbA1c-Wert zu optimieren, empfehlen sich: regelmäßige körperliche Betätigungen, eine ausgewogene Ernährung, eine gut eingestellte Medikamententherapie und eine regelmäßige Blutzucker- und HbA1c-Kontrolle.
  • Intermittierendes Fasten soll neuesten Untersuchungen zufolge Typ-2-Diabetikern bei der Optimierung helfen.
  • Um den HbA1c-Wert zu bestimmen, bedarf es nur einer geringen Blutmenge.

Quellenangaben

  1. Pschyrembel Online | Insulin, https://www.pschyrembel.de/Insulin/H07H2/doc/
  2. Pschyrembel Online | Diabetes mellitus, https://www.pschyrembel.de/Diabetes%20mellitus/K05U4
  3. Typ-1-Diabetes, https://www.bzfe.de/inhalt/pressemeldung-6214.html
  4. Schwangerschaftsdiabetes tritt bei ca. 4,5 % auf, https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/erkrankungsformen/schwangerschaftsdiabetes/verbreitung/index.html
  5. Gestational diabetes, https://www.nhs.uk/conditions/gestational-diabetes/
  6. Typ-2-Diabetes, https://www.bzfe.de/inhalt/pressemeldung-6994.html
  7. Wie Stillen vor Diabetes schützt: Der Stoffwechsel verändert sich, https://www.bzfe.de/inhalt/wie-stillen-vor-diabetes-schuetzt-27778.html
  8. Normal and Diabetic Blood Sugar Level Ranges - Blood Sugar Levels for Diabetes, https://www.diabetes.co.uk/diabetes_care/blood-sugar-level-ranges.html
  9. pmhdev: Blood Glucose Monitoring - National Library of Medicine, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmedhealth/PMHT0024698/
  10. WHO | Diabetes programme, http://www.who.int/diabetes/en/
  11. Freckmann, G., Hagenlocher, S., Baumstark, A., Jendrike, N., Gillen, R.C., Rössner, K., Haug, C.: Continuous Glucose Profiles in Healthy Subjects under Everyday Life Conditions and after Different Meals. J. Diabetes Sci. Technol. Online. 1, 695–703 (2007)
  12. Highest blood sugar level, http://www.guinnessworldrecords.com/world-records/highest-blood-sugar-level
  13. Neal, B., Perkovic, V., Mahaffey, K.W., de Zeeuw, D., Fulcher, G., Erondu, N., Shaw, W., Law, G., Desai, M., Matthews, D.R.: Canagliflozin and Cardiovascular and Renal Events in Type 2 Diabetes. N. Engl. J. Med. 377, 644–657 (2017). doi:10.1056/nejmoa1611925
  14. Hypoglycemia - Symptoms and causes, http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/hypoglycemia/symptoms-causes/syc-20373685
  15. Informationen für Patienten und Fachleute aus erster Hand - Schwerpunkt: Endokrinologie / Diabetologie, http://www.diabetes-deutschland.de/insulinom/
  16. Hyperglycemia in diabetes - Symptoms and causes, http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/hyperglycemia/symptoms-causes/syc-20373631
  17. Spero, D., BSN, RN: Low Blood Sugar Symptoms But Normal Levels, https://www.diabetesselfmanagement.com/blog/low-blood-sugar-symptoms-but-normal-levels/
  18. Drive, A.D.A. 2451 C., Arlington, S. 900, Va 22202 1-800-Diabetes: Hypoglycemia (Low Blood Glucose), http://www.diabetes.org/living-with-diabetes/treatment-and-care/blood-glucose-control/hypoglycemia-low-blood.html
  19. Blutzucker versus Denkleistung, https://www.bzfe.de/inhalt/pressemeldung-7371.html
  20. Low Blood Glucose (Hypoglycemia) | NIDDK, https://www.niddk.nih.gov/health-information/diabetes/overview/preventing-problems/low-blood-glucose-hypoglycemia
  21. Blauw, H., Wendl, I., DeVries, J.H., Heise, T., Jax, T., PCDIAB consortium: Pharmacokinetics and pharmacodynamics of various glucagon dosages at different blood glucose levels. Diabetes Obes. Metab. 18, 34–39 (2016). doi:10.1111/dom.12571
  22. Shugart, C., Jackson, J., Fields, K.B.: Diabetes in Sports. Sports Health. 2, 29–38 (2010). doi:10.1177/1941738109347974
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  26. Magnesium intake and risk of type 2 diabetes: a meta-analysis. - PubMed - NCBI, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17645588
  27. Drive, A.D.A. 2451 C., Arlington, S. 900, Va 22202 1-800-Diabetes: Glycemic Index and Diabetes, http://www.diabetes.org/food-and-fitness/food/what-can-i-eat/understanding-carbohydrates/glycemic-index-and-diabetes.html
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